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Newsletter Erinnerungskultur | 16.07.2026




Willkommen zur neuen Ausgabe des Newsletters der Fachstelle für Erinnerungskultur der Stadt Augsburg. Mit diesem Format möchten wir Sie über Projekte, Veranstaltungen und Entwicklungen in unserem Themenbereich informieren – und zeigen, wie vielfältig Erinnerungskultur in unserer Stadt gestaltet wird. Machen Sie auch gerne andere Interessierte auf dieses Angebot aufmerksam!

  1. „Halle 116“: Wiedereröffnung nach Sanierungsarbeiten
  2. Kunstausstellung zum Thema Antiziganismus in der "Halle 116"
  3. Gedenken zum Genozid an den Sinti und Roma
  4. Informationsstele zum KZ-Außenlager Michel-Werke
  5. Die Fachstelle für Erinnerungskultur ist umgezogen

Wiedereröffnung der "Halle 116" nach Sanierungsarbeiten

Nach einer zeitweisen Schließung aufgrund von Sanierungsarbeiten an der Gebäudefassade ist der Erinnerungs- und Lernort „Halle 116“ (Karl-Nolan-Str. 2-4, 86157 Augsburg) ab dem 18. Juli wieder regulär für Besuchende geöffnet.

Die Ausstellungsfläche konnte um einen zusätzlichen Hallenteil erweitert werden. Diese Schotte 4 soll zukünftig für Veranstaltungen und Wechselausstellungen genutzt werden. Eine neu eingebaute Verbindungstür zwischen Hallenabteil 3 und 4 ermöglicht den barrierefreien Zugang.

Die regulären Öffnungszeiten der „Halle 116“ ab 18. Juli sind:

Mittwoch: 10:00-15:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 11:00-16:00 Uhr

Für Gruppen und Schulklassen sind auch wieder Führungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten buchbar. Wir beraten Sie gerne unter halle116@augsburg.de.


Öffentliche Führungen:

Am Sonntag, den 19. Juli, 11:30 Uhr, findet eine kostenlose öffentliche Führung durch die Ausstellung statt. 

Am Samstag, den 25.Juli, 11:00 Uhr, findet eine kostenlose Führung in ukrainischer Sprache statt. Eine Anmeldung für die Führungen ist nicht erforderlich.

Ausstellung zum Thema Antiziganismus in der „Halle 116“

Bereits diesen Juli wird die neue Wechselausstellungsfläche der „Halle 116“ erstmalig für eine Ausstellung genutzt. Eigens für Augsburg hat die international renommierte Romnja-Künstlerin Luna De Rosa eine Rauminstallation konzipiert. Die Ausstellung THE THREAD THAT HOLDS / DER FADEN, DER HÄLT thematisiert Ausgrenzung, Diskriminierung und antiziganistische Stereotypen.

Luna De Rosa (*1991) ist eine italienische Künstlerin und Aktivistin aus der Romnja-Diaspora, die in Berlin und Mailand lebt und arbeitet.
Im Zentrum ihrer Arbeit stehen der Körper sowie die Erfahrungen von Ausgrenzung und Verletzlichkeit, insbesondere von Sinti und Roma.

Luna De Rosa arbeitet eng mit der Stiftung Kai Dikhas zusammen. Der Name bedeutet auf Romanes „Ort zum Sehen“ und verweist auf das Anliegen der Stiftung, die Kunst und Kultur von Sinti*zze und Rom*nja zu fördern und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Ausstellung ist von 22. Juli bis 4. Oktober 2026 zu den regulären Öffnungszeiten der „Halle 116“ kostenlos in der Schotte 4 zu sehen.

Vernissage zur Ausstellung am 22. Juli:

Außerdem laden wir Sie, gemeinsam mit dem Regionalverband deutscher Sinti & Roma Schwaben, herzlich zur Vernissage der Ausstellung am 22. Juli 2026, 19:00 Uhr, in der Schotte 4 der „Halle 116“ ein.


Die Marion-Samuel-Preisträgerin Angela Bachmair führt ein moderiertes Gespräch mit der Künstlerin Luna De Rosa. Musikalisch wird die Veranstaltung vom Duo Solèra (David Klüttig - Gypsy Gitarre, Julia Hornung – Kontrabass) begleitet. Im Anschluss findet ein Get-together mit Umtrunk im „Klasser“ im Sheridantower (direkt gegenüber) statt.

Gedenkstunde zum Genozid an den Sinti und Roma

Am 2. August, 10:00 Uhr, in der Schotte 4 der „Halle 116“

Insgesamt wurden im Deutschen Reich und den von den Deutschen besetzten Ländern Osteuropas während der NS-Zeit bis zu 500.000 Sinti*zze und Rom*nja ermordet. Noch immer gilt der Porajmos als ein „vergessener Holocaust“, weil er kaum bekannt ist und die Überlebenden lange dafür kämpfen mussten, überhaupt als Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung anerkannt zu werden.

Gemeinsam mit dem Regionalverband deutscher Sinti & Roma Schwaben e.V. veranstaltet die Stadt Augsburg eine öffentliche Gedenkstunde und setzt damit zugleich ein Zeichen gegen Rassismus und Antiziganismus. Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme am Gedenken ein.

Mitwirkende: Lisa Herzenberger (Regionalverband der Sinti & Roma)

Grußwort: Bürgermeister Dirk Wurm

Weitere Informationen zu unseren Veranstaltungen finden Sie auch auf der Homepage der Fachstelle für Erinnerungskultur.

Informationsstele zum KZ-Außenlager Michel-Werke

Von September 1944 bis April 1945 befand sich in den Michel-Werken an der Ulmer Straße 160, dem heutigen Augsburger Gewerbehof, ein Außenlager des KZ Dachau. Etwa 500 ungarisch-jüdische Frauen waren dort im zweiten Stock des Nordflügels untergebracht und mussten in den Michel-Werken sowie bei der Firma Keller & Knappich Zwangsarbeit leisten.

Unter der Anleitung von Peter Bommas haben die Schülerinnen und Schüler der Klasse FA2 der Fachakademie für Sozialpädagogik am bfz ein Rechercheprojekt zum ehemaligen Außenlager durchgeführt. Unterstützt wurden sie dabei von der VVN-BdA Augsburg und der Stadt Augsburg. 

Ergebnis ist eine ausführliche Erinnerungstafel am Eingang des Geländes, die nun aufgestellt werden soll. Alle Interessierten sind herzlich zur kleinen Einweihungsfeier eingeladen:

Wann:
Donnerstag, 30. Juli, 11:00 Uhr
Wo: Ecke Lippschützstraße / Ulmer Straße

Das Projekt macht deutlich, wie junge Menschen Verantwortung für eine lebendige Erinnerungskultur übernehmen und die Geschichte ihrer Stadt für kommende Generationen sichtbar machen können.

Die Fachstelle für Erinnerungskultur ist umgezogen

Im Rahmen der Neustrukturierung der Stadtverwaltung im Nachgang der Kommunalwahl hat auch die Fachstelle für Erinnerungskultur samt Lernort „Halle 116“ ein neues Zuhause gefunden.

Sie ist nun Teil des „Amts für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ im Referat 5 (Gesundheit, Pflege, Integration und Gesellschaft) unter Martin Schenkelberg.

Damit hat sich (nur) die Anschrift verändert:

Referat 5, Amt für gesellschaftlichen Zusammenhalt
Fachstelle für Erinnerungskultur
Karolinenstraße 17, 86150 Augsburg

Bitte beachten Sie dies bei der postalischen Kontaktaufnahme. Alle bisherigen E-Mail-Adressen und Telefonnummern bleiben bestehen.

Bildnachweis: (c) Luna De Rosa, (c) Stadt Augsburg